40 Jahre - 1996

Kapitel 26 (1996)

von Uwe Weinreich

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Wir befinden uns im 25. Jahr seit der Gründung eines Wuppertaler Kindertheaters, das jetzt Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater heißt. Wir hatten einen verdammt langen Weg hinter uns gebracht. Viele Menschen, viele Namen pflasterten diesen Weg. Etliche sind gekommen, haben kurz verweilt und sind dann wieder gegangen; aber viele sind auch geblieben, so dass wir es für angebracht hielten, das 25jährige Jubiläum gebührlich zu feiern. Da die eigentlichen Feierlichkeiten erst im Herbst stattfanden, widmen wir uns erst einmal dem Spielplan.

Ein sich über alle Jahre wiederholendes Problem ist das Jugendstück, nicht nur, dass der Titel mit Bedacht gewählt werden muss, auch muss es zum richtigen Zeitpunkt unter Berücksichtugung aller Ferientermine herauskommen. In diesem Jahr entschlossen wir uns, es im Frühjahr zu spielen.

Herwig Mark und Gabi Röder waren im Vorjahr zur Frankfurter Buchmesse gefahren und waren dort auf Nina Schindlers Buch „Input” aufmerksam geworden.

Aus einem Flirt per Computerbildschirm wird für die 16jährige Anne die erste große Liebe. Der 18jährige Gerit ist zwar schon etwas erfahrener in Liebesdingen, aber so richtig gefunkt hat es erst jetzt bei Anne. Sie begegnet dem Sonnyboy zunächst skeptisch, kennt sie doch seinen Ruf. Doch mehr und mehr öffnet sich das kratzbürstige Mädchen. Zu Anfang bereitet es ihr noch Probleme, mitten auf dem Schulhof zu küssen; doch sie ist nicht einfach nur der verkniffene Bücherwurm, der nicht gleich am ersten Abend in die Kiste springt. Wenn’s drauf ankommt, hat sie keine Angst vor großen Gefühlen – wobei große Gefühle nichts mit kitschigen Ergüssen zu tun haben müssen. Das zeigt ein kurzer Briefwechsel zwischen Anne und Gerit in den Schulferien: direkt, flott, unverkrampft gehen beide mit dieser Liebe um. Eine Liebe ohne Ewigkeitsstempel, aber genausowenig nur für’s Frühstück geeignet.

Ein zentrales Motiv in unserer Inszenierung war das Lied „Unter der Linden” von Walter von der Vogelweide. Gerit ist Bandleader und möchte Anne zuliebe dieses Lied in einer Pop-Version einstudieren. Die Band weigert sich… Uns kam es sehr zugute, dass Tobias Wessler als Gerit selbst Musiker ist, und auch die anderen Schauspieler Karina Mencke, Jasmin König, Matthias Stoffels und Tobias Nolte spielten nicht nur live auf der Bühne ihre Rollen, sondern auch die Instrumente der Band. Anne wurde gespielt von Suzana Sucic, die plötzlich wie ein warmer frischer Frühlingsregen über das Kindertheater hereinbrach, sehr viel Theater bei uns spielte und dann auch schon wieder weg war. Die Kritik zollte vor allen den beiden Protagonisten großen Respekt, den nicht leichten Stoff auf einer Bühne vor jugendlichem Publikum umzusetzen.

Das Buch von Nina Schindler hatte Rainer Kreusch für die Bühne bearbeitet, der in dieser Zeit nicht nur als Schauspieler bei uns tätig war, sondern auch diverse Bücher für die Bühne bearbeitete. Wir begannen damit, mehr und mehr unsere Stoffe aus Büchern zu holen, die noch nicht dramatisiert worden waren.

Und noch ein kleine, aber wunderbare Geschichte möchte ich euch nicht vorenthalten: Michael Nelskamp, der technische Leiter, konnte aus beruflichen Gründen nicht mehr alle Vorstellungen begleiten. Bei „Input” übernahm Ralf Stallmann, bis dato in der Technik tätig, die technische Leitung. Dazu gehörte es, dass er auch bei den Umbauten half. Normalerweise wird dabei die Bühne verdunklt, so dass das Publikum eher wenig von den Umbauten mitbekommt. Da auch einige Szenen in Klassenzimmern spielten, wollte man für die Umbauten nicht immer den Saal verdunkeln. Herwig Mark hatte die Idee, aus der Not eine Tugend zu machen und steckte Ralf in einen grauen Hausmeisterkittel von Laurentiu Tuturuga und setzte ihm eine entsprechende Kappe auf. Von Stund an war er Bestandteil des Stücks, schluffte zwischen den Szenen auf die Bühne und baute als Hausmeister um. Ralf ging so in dieser stummen Rolle auf, dass er bisweilen Szenenapplaus und am Schluss manchmal mehr Beifall als die eigentlichen Schauspieler bekam. Von nun an war er natürlich „unser Hausmeister”, auch nachdem Input schon abgespielt worden war. Das wiederum gefiel ihm so gut, dass ihr ihn nun schon seit Jahren immer wieder auch als Schauspieler erleben könnt, allerdings nicht mehr als Hausmeister im grauen Kittel. Schade eigentlich.

Unsere nächste Station in diesem Jahr war die Fortsetzung von dem zwei Jahre zuvor gespielten Stück „Eine Woche voller Samstage”. Sie hieß „Neue Punkte für das Sams”.  Die Sams-Kenner unter euch werden jetzt ausrufen: „Moment mal, das ist aber die 3. Samsgeschichte. Nach der ersten müsstet ihr jetzt doch folgerichtig die Nr. 2 spielen.”

Liebe Sams-Kenner, ihr habt eigentlich Recht; aber Herwig Mark fand, dass die Nr. 2 – ich will es mal freundlich sagen – nicht so ganz gut für die Bühne umgesetzt worden war. Deshalb entschieden wir uns, die 3. Geschichte zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja auch noch nicht, dass das Publikum nicht müde wurde, nach weiteren Samsgeschichten zu fragen, so dass wir später doch noch das Buch Nr. 2 spielten. Aber wenn man immer alles im Voraus wüsste…

Sams lebt bei Herrn Taschenbier, der es mittlerweile doch nicht mehr so toll findet, jede freie Minute mit dem Sams zu verbringen. Da das Sams keine Wunschpunkte mehr hat, ist es Herrn Taschenbier schwer möglich, sich des zum Teil rüpelhaften Benehmens des Sams zu erwehren – zum Beispiel isst es während einer Partie Karten selbige auf. Herr Taschenbier lernt indes eine nette und hübsche Frau kennen, Margarete März. Sie ist seine Arbeitskollegin, und er verliebt sich bald unsterblich in sie.

Da das Sams nun keine Wunschpunkte mehr hat, kann Herr Taschenbier sich nicht wünschen, dass Frau März Herrn Taschenbiers Liebe erwidert. Um dem abzuhelfen, verrät das Sams Herrn Taschenbier ein großes Sams-Geheimnis: Wenn das Sams keine Punkte mehr hat, kann man ihm neue beschaffen, indem man in einer Vollmondnacht von Freitag auf Samstag auf ein Hausdach steigt und „Gatsmas” („Samstag” rückwärts gelesen) ruft. Weil Herr Taschenbier aber zu ungeduldig ist, ruft er selbst „Gatsmas” und hat daraufhin selbst die Wunschpunkte im Gesicht, mit denen nun das Sams wünschen darf.

Das Sams allerdings ist eifersüchtig auf Frau März, die die ganze Aufmerksamkeit von Herrn Taschenbier beansprucht und wünscht kurzerhand, dass die beiden sich nicht mehr treffen dürfen. Herr Taschenbier bricht trotzdem zu einem Treffen mit Frau März auf. Auf dem Weg dorthin bricht er jedoch wegen des Wunsches des Sams zusammen. Das Sams hebt daraufhin den Wunsch auf und lässt Herrn Taschenbier wissen, dass der Wunsch nur eine Prüfung der Liebe von Herrn Taschenbier zu Frau März war, und dass Herr Taschenbier diese sensationell bestanden hat. Daraufhin gibt es den beiden grünes Licht für eine Beziehung und verlässt sie, nicht ohne ihnen allerdings die S.R.Tr. (Sams-Rückhol-Tropfen) zurückzulassen.

In dieser sehr verwirrend anmutenden Geschichte ging es zur Freude der Kinder wieder drunter und drüber. Die Besetzung war fast dieselbe wie zwei Jahre zuvor. Leider konnten wir nicht mehr auf das Sams der ersten Inszenierung 1994, Andreas Wölz, zurückgreifen, so dass jetzt David Becher, neu im Ensemble, diese Rolle übernahm und ihr einen ganz anderen, aber nicht minder überzeugenden, Stempel aufdrückte. Und wer einmal David J. Becher in Wuppertal als Conferencier oder beim Vollplaybacktheater erlebt hat, weiß jetzt, dass ein Teil seiner Wurzeln auch aus dem Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater kommen.

Am Samstag, dem 14. September hatte das Stück „Neue Welt für rote Nasen” in einer geschlossenen Veranstaltung Premiere. Es lief außerplanmäßig, da es das 25jährige Jubiläum einleutete.

Mir war schon seit langem die Idee für ein Theaterstück durch den Kopf gegangen, das nur von Clowns handeln sollte. Ihr werdet ja mittlerweile mitbekommen haben, dass ich eine große Zuneigung für Clowns habe und, wann immer sich die Gelegenheit bot, eine Clownsrolle zu besetzen, ich sie gerne übernommen habe.

Der Grundgedanke dieses Stücks war, dass es irgendwo in den Weiten des Weltalls einen Planeten gäbe, der nur von Clowns bewohnt war: von Clowns und Clowninnen, Augusten und Harlekinen, Pierrots, Narren, Reprisen- und Weißclowns. Jetzt stellt euch vor, eine Gruppe von ihnen käme auf unsere Erde, und zwar nicht freiwillig. Auf der Suche nach neuen Welten müssen sie auf der Erde notlanden, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bewohnt ist. „Und die Erde war wüst und leer, und…” - „Halt,” sagt ihr, „die Geschichte kennen wir doch. Und am 7. Tage ruhte er.” - „Richtig!”

Vier Clowns finden auf der öden wüsten Erde ein altes Buch, das da einfach so liegen geblieben ist. In dem Buch ist eine Bauanleitung: Wie wird eine Erde gemacht, so mit allem Drum und dran, mit Himmel und Sternen, mit Blumen, Tieren und Menschen? Die Clowns sind von dem Buch so begeistert, dass sie sich gleich ans Werk machen. Sie „bauen” eine neue Welt nach ihrer Vorstellung. Und wenn Clowns mal so richtig loslegen, kann schon viel passieren in sieben Tagen, eine „Neue Welt mit roten Nasen”.

Soweit das Grundgerüst. Beim Schreiben der eigentlichen Handlung und Dialoge hatte ich ganz konkret die vier Schauspieler vor Augen, die auch später diese Rollen verkörperten, Udo Dülme, als strenger Weißclown „Herr Minolo” und Silke Schober als Schnelldenker „Kubus”, ein sehr pfiffiger Clown, der, wie sich später heraustellt, ein Mädchen ist, und kein Junge, wie alle denken. Sarah Mark war der Clown, oder besser die liebreizende Clownin „Annemond”, die das ewig Weibliche verkörpern sollte und letztendlich ich, Pelle, der trottelige aber liebenswerte „August”, der sich schwer in Annemond verliebte.

Im Vorwort zu meinem Stück schrieb ich: "Wenn der liebe Gott gar nicht so ernst ist, wie er immer dargestellt wird, wenn er vielleicht sogar Humor hat und wenn er sich aus der Arbeit, die Welt zu erschaffen, einen Spaß gemacht hat. Ja, wenn er vielleicht sogar manchmal, heimlich eine rote Gumminase trägt…"

Den lieben Gott mit roter Nase auftreten zu lassen, habe ich mich nicht getraut; aber vier Clowns vom Planeten Irgendwo getreu der Bibel in sieben Tagen die Erde neu aufzubauen, das habe ich mich getraut. Platz für sieben  große Clownsnummern, verbunden durch einen roten Faden aus Slapstick, Kunst und Kitsch, Komödie und Tragödie, Anarchie und Liebe, eine Geschichte wie im richtigen Leben.

Alles das wäre natürlich nur Makulatur geworden, wenn es nicht die wunderbarsten, farbenfrohesten Kostüme von Laurentiu Tuturuga, eine traumhafte Zirkusmusik von Matthias Burkert, vier gutgelaunte Darsteller und den Regisseur Herwig Mark gegeben hätte, der sich mit Clowns gut auskannte und das Regelwerk, nach dem sie funktionieren, beherrschte.

Einen Tag nach dieser Premiere gab es eine große Feier im Haus der Jugend in Wuppertal Barmen, zu dem wir viel Prominenz, aber auch alle Ehemaligen eingeladen hatten. Hauptredner waren Professor Heinz Rölleke (der Märchenpapst), der über Märchen und Kindertheater referierte. Christina Rau, die Frau des damaligen Bundespräsidenten hatten wir gebeten zu sprechen, da sie mit ihren drei Kindern immer gern gesehener Gast unserer Theaterstücke war. Auch unsere Oberbürgermeisterin Ursula Kraus hatte es sich nicht nehmen lassen, ans Rednerpult zu treten. Eingebettet war alles in eine „Revue”, die ich für die vier Clowns des Theaterstücks geschrieben hatte, die diesmal in die Rolle der Conferenciers geschlüpft waren. Auf diese Weise bekamen die ja oft nüchternen Reden eine heitere Note.

Eine Begebenheit werde ich nicht vergessen. Natürlich hatten wir für Frau Rau Blumen besorgt, die, damit sie frisch blieben, hinter der Bühne in einer Vase mit Wasser standen. In einer Slapsticknummer stritten sich die Clowns, wem die Ehre zuteil werden sollte, diese Blumen zu überreichen.  Ich als Pelle sollte am Ende der Sieger sein. Unbeabsichtigt (und das Manuskript ist mein Zeuge) nahm ich die Blumen in so einem Schwung aus der Vase, dass sich die Hälfte des Wassers über Christina Rau ergoss. Wie gut, dass ich eine rote Nase trug und Clowns Narrenfreiheit genießen. Ich wäre sonst in den Boden versunken. Wir überspielten die Peinlichkeit so gut es ging. Das Publikum hatte seinen Spaß und Christina Rau trug es mit Gelassenheit. Ich hatte zum Glück nach der Vorstellung und ohne Gumminase die Gelegenheit, ihr zu erklären, dass es nicht Teil des Plans gewesen sei, sie unter Wasser zu setzen.

In diesem Jahr spielten wir unsere Clowns noch einmal auf dem Theaterfest der Wuppertaler Bühnen und in der Rathaus Galerie in Elberfeld. Zwischen all den Geschäften und einem Publikum, das im Kreis um einen herum sitzt und steht, war es eine ganz neue Erfahrung für uns, zumal die Rathaus Galerie alles hat, nur keine Akustik.

Die WZ schrieb u.a.: "Kinder haben sicherlich keine Mühe, sich mit den Clowns zu identifizieren, mit ihren Späßen und Ängsten, ihrer Tollpatschigkeit, Listigkeit und Phantasie, mit dieser ganzen geballten Kraft von Liebe und Anarchie, die der Clown verkörpert. Wir Erwachsenen tragen unser Geld in Psychoseminare, um die verschütteten kreativen Kräfte der Phantasie und die befreiende Kraft des Lachens wiederzuentdecken. Unsere Topmanager lernen in teuren Kursen den Bürostress hinter sich zu lassen, indem sie sich auf dem Weg nach Hause eine Clownsnase aufsetzen. Eigentlich sollten sich viel mehr Erwachsene dieses Clownsstück ansehen. Den Kindern aber kann ein Stück wie dieses vielleicht dabei helfen, den Clown in sich gar nicht erst zu verlieren."

Ich kann mich dieser Meinung nur anschließen. Ich habe, dank meines nicht verloren gegangenen inneren Clowns, bisher keines dieser erwähnten Seminare besuchen müssen.

Das Jahr wurde beendet mit Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin”: Vor langer, langer Zeit erschuf ein Teufel einen Spiegel, der alles Schöne und Gute verzerrte und hässlich aussehen ließ. Das Böse trat darin gut hervor. Eines Tages jedoch fiel der Spiegel dem Teufel aus den Händen und zersprang in viele tausend Stücke, große und kleine, die, je nach Verwendung durch die Menschen, viel Ärger und Verwirrung stifteten. Trafen sie einen im Herzen, so wurde es so kalt wie Eis und trafen sie einen in die Augen, so sah er alles um sich herum nur noch hässlich und böse. So verteilten sich die Splitter des Zauberspiegels über die ganze Welt.

Für die Nachbarskinder Kay und Gerda gibt es im Sommer nichts Schöneres als draußen zu spielen. Da wird Kay von Splittern des Zauberspiegels getroffen: Ein Splitter trifft sein Herz, das sich in einen Eisklumpen verwandelt. Ein anderer Splitter gerät ihm ins Auge und er findet das Schöne nur noch hässlich. Nicht nur dass er sogleich die Rosen abreißt, die sie bisher gepflegt hatten, er verspottet Gerda, ist rüpelhaft gegen alle, die es gut mit ihm meinen.

Im Winter ist es der größte Spaß der Jungen, ihre Schlitten an vorbeifahrende Kutschen anzuhängen. Als die prächtige Kutsche mit der weiß bepelzten schönen Schneekönigin vorbeifährt, hängt Kay sich an und wird entführt. Die Königin zieht ihn zu sich in die Kutsche. Die Kälte ihres Kusses tötet ihn beinahe, aber er spürt es nicht. Er verfällt ihrer kalten Schönheit. Nun lebt er in einem kalten Traum in ihrem Palast.

Als er im Frühling immer noch nicht zurück ist, beschließt Gerda, ihn zu suchen. Ihr zu Seite steht ein Rabe, vom Leben bereits gebeutelt, der sich aber nicht unterkriegen lässt.

Mit der Hilfe weiser Frauen, einer Lappin, danach einer Finnin, findet Gerda schließlich das Schloss der Schneekönigin, eine Ansammlung hunderter leerer kalter Eissäle, alle von kaltem Nordlicht erhellt. Im größten, der mehrere Meilen lang ist, ist der Thron der Königin. Hier schleppt Kay fast schwarz gefroren vor Kälte, die er wegen seines Eisklumpens im Herzen und des Kusses der Königin nicht spürt, Eisplatten herum und versucht vergeblich, das Wort „Ewigkeit“ zu legen. Die Königin hat versprochen, dass dieses Wort seine Freiheit ermöglicht. Er weiß aber nicht, wie er es schaffen soll, denn der Splitter im Auge verhindert es. So legt er denn ständig wie in einem bösen Traum rätselhafte Muster.

So findet ihn Gerda vor. Kay erkennt sie nicht einmal. Gerda weint um ihn und die Tränen lassen sein Eisherz schmelzen und die Splitter verschwinden. Von selbst erscheint das Wort „Ewigkeit“ und die beiden können davonziehen. Als sie schließlich zu Hause ankommen, sind sie erwachsen geworden.

Daniela Lübbertsmeier und Mark Wagenbach spielten die beiden Kinder Gerda und Kay, Rita Reineke war die eiskalte Schneekönigin und ich durfte den Raben spielen, der hin und hergerissen ist, ob er weiterhin Gerda zur Seite stehen soll oder sich einer wunderhübschen Rabin zuwenden soll, die von Suzana Sucic verkörpert worde.

In diesem Stück lernte ich, über längere Zeit ohne umzufallen auf einem Bein zu stehen, was ich heute noch kann. Wozu doch Theaterspielen alles gut ist.

Bis nächste Woche
Euer Uwe