Westdeutsche Zeitung, 17. März 2014

Rico und Oscar - eine Freundschaft mit viel Mut

Premiere "Rico, Oskar und die Tieferschatten" ist manchmal chaotisch, die Schauspieler aber begeistern
von Tanja Heil

Treppauf, treppab rennen die Kinder über die Bühne und durch den Zuschauerraum, verfolgt von einem schwer schnaufenden Entführer. Die Treppe ist das zentrale Element des Bühnenbilds von Laurentiu Tuturuga bei "Rico, Oskar und die Tieferschatten" im Kinder- und Jugendtheater. Sie verbindet den Kosmos von Rico: die Wohnung der Mutter, das kuschelige Wohnzimmer von Frau Dahling, mit der er abends Filme guckt, die Tür des polternden Herrn Fitzke. Im Mietshausflur trifft der "tiefbegabte" Rico auf den schlauen, aber übervorsichtigen Oskar. Mit einer beeindruckenden Professionalität spielen Leon Sönnecken und Daniel Hasenmayer die beiden Jungen. Sehr intensiv verkörpern sie die Ängste und Sorgen der Kinder, aber auch deren Mut und ihre Freude an der Freundschaft. Regisseur Matthias Brandebusemeyer inszeniert das Theaterstück nach dem beliebten Kinderbuch wie einen Film. Besonders am Ende schneidet Brandebusemeyer schnell kurze Szenen hintereinander. Der Theaterbesucher hat Mühe, dem zu folgen.
Trotzdem kommt der Kern der Geschichte gut rüber: die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen Rico und Oskar, und ihre Auseinandersetzung mit den sehr individuell gezeichnetenen und wunderbar deutlich gespielten Bewohnern dieses Hauses. "Ein richtig cooles Stück", ist die neunjährige Paula nach der Aufführung begeistert.